Die Älteren unter euch werden sich erinnern: Es gab eine Zeit, da hießen Smartphones noch Handys und man konnte damit einfach nur telefonieren. Später kamen dann die SMS hinzu. Zu dieser Zeit hatten mobile Telefone teils die Ausmaße einer tragbaren Telefonzelle. In einem Koffer war die Technik und oben drauf ein Hörer dazu. Flatrates waren nicht einmal ansatzweise denkbar, mobil telefonieren war ein Statussymbol. Das ging soweit, dass manch einer sich gar Autotelefonattrappen einbauen ließ, um Eindruck zu schinden.
Smarte Anfänge
Über die Jahre wurden die Mobiltelefone dann kleiner. Bis irgendwann der der Coolste war, der das kleinste Handy hatte. Damals. Heute, in Zeiten von immer größer werdenden Displays und wo die Grenzen zwischen Smartphone und Tablet immer weiter verschwimmen, undenkbar.
Mit dem Fortschritt der Technik wurde der Wunsch geboren, mit dem Handy mehr zu können als nur zu telefonieren und Kurznachrichten zu verschicken. Die MMS wurde erfunden und die ersten Gehversuche des mobilen Internets fanden statt. Je mehr die Welt sich vernetzte, umso größer wurde das Bedürfnis, auch unterwegs immer alle Infos parat zu haben. Email, Internet und das am besten schnell und bequem auf dem Display des Telefons.
Kennt ihr noch WAP? Das erste WAP-Handy der Welt war das Nokia 7110. Es kam 1999, relativ zeitgleich mit dem Kinostart von Matrix auf den Markt und wird daher oft auch das “Matrix-Handy” genannt. (Das Handy jedoch, mit dem Keanu Reeves, Laurence Fishburne und Carrie-Anne Moss in Kontakt blieben – und das zwischendrin spektakulär vom Wolkenkratzer segelt, war das Nokia 8110. Spitzname “Banane”.)
Die Communicator-Serie
Bereits vorher, nämlich 1996, hatte Nokia seine Communicator-Serie gestartet. Der Begriff ”Smartphone” war zwar noch nicht geboren, “Handys” waren es aber eigentlich nicht. Die Nokia Communicator Smartphones gingen über die bis dahin bekannten Möglichkeiten weit hinaus. Alle Geräten dieser Reihe haben eine vollwertige, ausklappbare Qwertz-Tastatur. Der erste Communicator, der Nokia 9000, war bereits in der Lage, Emails und Faxe zu empfangen und versenden und dank Webbrowser auf das Internet zuzugreifen. Zu dieser Zeit konnte das bei weitem nicht einmal jeder Rechner im Büro. Dank seiner schwenkbaren Antenne hatte der 9000 fast überall Empfang.
Sein Nachfolger, der 9110, kam 1999 auf den Markt und blieb bis 2001. Er verfügte über einen Speicherkartenplatz und löste damit das Problem seines Vorgängers, der nur wenig Speicher hatte. Der 9110 war nur halb so groß und schwer wie der 9000 und die Datenrate verdoppelte sich fast.
Mit dem Communicator 9210 (i) wurden das äußere und das innere Display farbig. Außerdem wurde hier zum ersten Mal das Betriebssystem Symbian benutzt. Galt der 9210 noch als recht fehleranfällig, so lief der 9210i schon weit flüssiger, weil hier viele Apps vorinstalliert waren und auf die mobile Version von Opera zurückgegriffen wurde.
Die Communicator 9300 und 9300i hatten zwar keine Kamera, waren dafür jedoch handlicher als der 9500. Neben Bluetooth und Infrarot war mit dem 9300i auch erstmals eine Verbindung über WLAN möglich. Mit GPRS war es zudem schneller als seine Vorgänger. Der 9500 unterscheidet sich vom kleineren Bruder technisch nur durch die Kamera.
Die N-Serie
Das N70 aus dem Jahr 2005 war – wie die Communicator auch – multitaskingfähig, das heißt, es konnten mehrere Programme gleichzeitig laufen. Es kam mit einer 2-Megapixel-Kamera und UKW-Radio. Auch die N-Serie läuft unter Symbian.
Mit dem N80 stellte Nokia 2006 ein Slider-Modell vor, das erstmals in Quadband und UMTS, also in fünf Frequenzen funkte. Zu seiner Zeit war es das Modell mit der höchsten Auflösung im Display. Es hatte eine 3,2-Megapixel-Kamera, UKW-Radio und einen MP3-Player an Bord.
Ebenfalls 2006 kam das N91 heraus, das bereits über eine 4 GB große Festplatte verfügte. Es hatte außerdem spezielle Tasten zur Musikwiedergabe und eine USB 2.0-Schnittstelle.
Als mobiles Fernsehgerät wurde das N92 konzipiert. Der kleine Racker hatte einen DVB-H-Tuner sowie eine spezielle Software, um Teletext und Fernsehzeitschriften lesen zu können.
Auch zum Fernsehen geeignet, allerdings per direkter Verbindung mit dem TV-Gerät, war das N93. Hier fand sich eine 3,2-Megapixel-Kamera Mit Carl Zeiss-Optik, mit der man auch Videos in annähernder DVD-Qualität aufnehmen konnte. Außerdem hatte es einen Grafikbeschleuniger und unterstützte 3D sowie WLAN. Zum Jahreswechsel 2006/2007 wurde der Nachfolger N93i vorgestellt, der schlanker und eleganter war als das N93.
Unser letzter Kandidat heute soll das N95 sein, ein Quadband-Gerät, das erstmals auch HSDPA und GPS unterstützte. Das N95 ist ein Doppelslider, der sich sowohl nach oben als auch nach unten verschieben lässt und das Display um 90 Grad in den Landscape-Modus verschieben kann. Dank USB und Klinkenbuchse kann es sowohl mit einem Rechner als auch mit dem Fernsehgerät verbunden werden.
Hattet ihr eines dieser Geräte oder benutzt ihr sie gar noch? Wenn ja, dann habt ihr sicher bereits bei der großen IMEI-Lotterie teilgenommen und euch in der Galerie verewigt. Zeigt sie gerne auch durch Links in den Kommentaren – wir freuen uns auf Impressionen aus vergangenen Zeiten!
Im nächsten Teil werden wir dann detailliert auf die E- und N-Serie eingehen.






Perfekt, grade jetzt wo ich für die Schule eine Präsentation machen muss über Smartphones :D Danke, danke, danke!
Na, als hätten wir es gewusst! :) Die Serie wird übrigens 4 Teile haben – ab jetzt jede Woche einer.
Ich habe ein N93, weil die Kamera so gut war damals – und immer noch gut verglichen mit dem, was es heute so gibt. Nur wird die Software immer langsamer, und der Bildschirm ist verglichen mit heutigen Standards einfach winzig. Sobald es ein wirklich gutes Kamera-Handy gibt, geht das N93 definitiv in Rente.
Danke für’s Feedback, Matthias, freut mich zu hören, dass dir dein N93 immer noch treue Dienste leistet! Wenn du magst, dann sei der Erste, der bei unserer IMEI-Lotterie ein N93 einstellt!
Das 7110 mit WAP hatte ich auch, und ich habe WAP auch regelmäßig benutzt. Der Kommentar meiner Freunde damals: “Internet auf dem Handy? Das wird sich nie durchsetzen!”
Heute sind sie schlauer :-D
Hallo Fabian,
tja, der Fortschritt ist eben nicht aufzuhalten! :)