Es gibt Leute, die behaupten, das sogenannte Web 2.0 würde von technikverliebten männlichen Nerds beherrscht. Das ist natürlich Unsinn. Auch Frauen können technikverliebt sein. Der Unterschied ist wohl, dass Frauen anders an Technik herangehen als Männer. Eine dieser Frauen ist Ricarda. Sie ist Baujahr 1985 und gehört damit zu der Gruppe, die heute gern als “Digital Natives” bezeichnet wird. Ricarda wohnt in Anröchte (NRW) und schreibt neben ihren eigenen Blogs auch für Technik-Blogs wie beispielsweise Stereopoly.

Ihr Technikverständnis und wie sich dieses in ihrer Bloggerei widerspiegelt hat uns im Interview besonders interessiert.

Wenn Ricarda gerade mal nicht bloggt oder anderweitig im Netz unterwegs ist, kocht sie gern und entwickelt ketogene Rezepte, die sie dann auf der Blogblume mit der Welt teilt. Abends skypt Ricarda gern mit ihren Freunden oder spielt mit ihnen Minecraft. Ricarda teilt ihr Leben mit sechs Katzen und zahlreichen Fischen, die auch regelmäßig Thema im Blog oder auf Twitter sind. Ihre Tage sind also gut gefüllt, obwohl es auf dem Lande nicht gerade vor Freizeitangeboten wimmelt.

Wie heißt dein Blog und wie bist du auf den Namen gekommen?

Der Name meines Hauptblogs lautet „Blogblume – Das ganz normale Chaos“. Blogblume hat eigentlich gar keine tiefgründige Bedeutung. Ich habe damals nach einer Domain gesucht, die eingängig ist und „Blog“ mit im Namen hatte. Da mein erstes Blogdesign sehr blumenlastig war, passte Blogblume super. Mittlerweile bin ich vom blumigen Design weg, der Name ist aber geblieben. Das „ganz normale Chaos“ bezieht sich auf die Themenvielfalt meines Blogs.

Was ist das Besondere an deinem Blog?

Wie oben schon erwähnt, ist vermutlich die Themenvielfalt meine besondere Stärke. Ich lasse mich nicht auf ein Thema festnageln, sondern berichte über Dinge, die mir wichtig sind und mich beschäftigen. Wer einen Einblick in mein Leben möchte, findet dort genau die Dinge, mit denen ich mich beschäftige. Ich spreche nicht nur oberflächliche Themen an, sondern auch tiefgehende Gedanken, mit denen ich meine Leser zum Nachdenken und zum kontrovers Diskutieren anregen will.

Wann hast du mit dem Bloggen begonnen und warum?

Ich habe damals irgendwann 2007 mit dem Bloggen angefangen, als ich meine Weiterbildung begonnen habe. Ich brauchte ein Ventil zum Alltag. Die Weiterbildung hat mich viele Nerven gekostet und ich wollte Gedanken, Sorgen und Probleme loswerden. Das Blog hat sich dafür super geeignet, auch wenns keiner gelesen hat. Das Projekt müsste auch irgendwo im Internet herumschwirren. Damals hätte ich nicht gedacht, dass mich das Bloggen irgendwann dazu bringt, dass ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen könnte. Meine Leidenschaft zum Bloggen ist von damals bis heute aber eher gewachsen als zurückgegangen.

Wo ist aktuell dein Lieblingsort zum Bloggen?

Am liebsten blogge ich vom Sofa aus. Ich habe zwar einen geräumigen Schreibtisch, aber wenn ich konzentriert arbeiten will, sitzt immer mindestens eine Katze auf der Tastatur oder vor dem Monitor. Auf dem Sofa finden alle Platz und ich kann bloggen, während die Meute an mich gekuschelt schläft. So sind alle zufrieden. Im Sommer gehe ich auch gern mal auf den Balkon.

Wie unterstützt dich dein Smartphone bei der Arbeit am Blog?

Mit meiner WordPress-App kann ich unterwegs Kommentare moderieren und freischalten. Ich finde es sehr wichtig, zeitnah auf Kommentare eingehen zu können. Da ich nicht immer am PC sein kann, schaue ich über die WordPress-App nach, ob es neue Kommentare gibt.

Hast du schon mal einen Artikel komplett am Smartphone verfasst?

Für mein Hauptblog nicht, weil ich einige Plugins verwende, die das komplette Backend meines Blogs verlangen. Die Einstellungen lassen sich nicht über das Smartphone machen. Für mein p2-Blog (p2 ist ein Microblogging-Theme von WordPress, mit dem man ein normales WordPress-Blog zum Twitter-Klon macht) verwende ich allerdings fast immer das Smartphone. Dort sind Artikel meist auch nur kurze Gedanken, die ich festhalte.

Welches Modell nutzt du aktuell?

Mein derzeitiges Smartphone ist nicht von Nokia. Ich wechsle allerdings öfter mal hin und her. Mein Job als Tech-Bloggerin macht es auch erforderlich, dass ich regelmäßig neue Geräte teste. Diese werden dann für den Zeitraum des Tests mein Hauptsmartphone, damit ich möglichst authentische Testbedingungen schaffen kann.

Welches war dein erstes Nokia und welches bleibt dein Alltime Favorite?

Mein erstes und soweit ich mich erinnern kann auch einziges Nokia war das Nokia 3200 und ich habe es geliebt. Ich bekam es damals von einer Freundin geschenkt, die es zur Vertragsverlängerung von ihrem Anbieter bekommen hatte. Sie wollte ihr eigenes Handy behalten und wusste, dass meins gerade kaputt gegangen war. Das 3200 hatte eine transparente Hülle und man konnte mit einem Stanzer aus Papier eigene Skins ausstanzen, die man dann hinter die Plastikhülle klemmte. So konnte man seinem Handy jeden Tag ein anderes Aussehen geben. Mit der Taschenlampe an der Unterseite des Handys war ich immer der Star, wenn wir abends rausgingen und jemand Kleingeld suchte oder etwas heruntergefallen war und das schummrige Licht unserer Lieblingskneipe nicht ausreichte.

Danke, Ricarda!

Soviel zum zweiten Teil unserer neuen Serie hier im Blog. An alle Blogger und Blog-Leser da draußen: Wir freuen uns über Feedback! Was möchtet ihr hier im Community Report geklärt haben oder habt ihr womöglich selbst ein Blog, welches wir hier vorstellen können?