Als der schwedische Entwickler Markus Persson mit der Programmierung seiner Idee von Minecraft begann, konnten weder er noch die Welt voraussehen, welch ein Erfolg das Spiel werden würde. Dabei ist die Ideen ebenso simpel wie genial: Der Spieler bekommt einen Sandkasten, in dem er sich die Welt so erschaffen kann, wie sie ihm gefällt. Oder zumindest fast. Denn Minecraft ist nur wirklich endlos groß, wenn sich Spieler zusammenschließen und einen Server bereitstellen, bei Konsolen- und Mobilversionen gibt es Speicherlimitierungen (die allerdings im Normalfall kaum erreicht werden).

Die Welt von Minecraft besteht aus Blöcken, die abgebaut werden können. Nachdem der Spieler sie abgebaut hat, werden sie genutzt, um neue Dinge zu erschaffen. Das kann Glas sein, indem Sand in einem vorher gebauten Ofen gebrannt wird, Stahl, Eisen und allerlei andere Gegenstände. Hier wird auch klar, woraus sich das Kunstwort Minecraft zusammensetzt: Abbauen (to mine) und Herstellen (to craft). Obwohl nämlich die Welt von Minecraft unendliche Möglichkeiten bietet, müssen selbst einfachste Gegenstände erst einmal hergestellt werden. Das ist einer der großen Reize des Minecraft-Universums: die Frage, wie man die richtigen Rohstoffe bekommt, um genau das zu bauen, was man haben will.

Doch was macht Minecraft so reizvoll, dass Millionen Spieler es auf verschiedenen Plattformen kaufen und Stunden damit verbringen, ihre eigene Welt zu erschaffen? Grundsätzlich sind es die Dinge, die schon LEGO, Holz- und Metallbaukästen so erfolgreich gemacht haben. Und dabei muss nicht einmal ein festes Ziel gesteckt sein, ein einfaches Ausprobieren und das Erschaffen von neuen Elementen macht einfach unheimlich viel Spaß. Fans haben so ungefähr jedes Filmset und jeden Ort in Minecraft nachgebaut, den es so gibt und ganze Hobbyanimationsfilme mit dem Spiel gemacht.

Nach dem Erfolg von Minecraft auf verschiedenen Computerplattformen, erobert Minecraft auch die Konsolen und Mobilgeräte. Naheliegend, wenn man darüber nachdenkt, wie viele Menschen heutzutage unterwegs spielen. Zwei sehr unterschiedliche Minecraft-Versionen für Nokia Smartphones wollen wir heute einmal genauer vorstellen, damit jeder in den Genuß von neuen Welten kommen kann.

Minicraft (Windows Phone Marketplace)

Zwei Vorteile hat Minicraft für Besitzer von Windows-Phone-Geräten. Erstens ist Minicraft kostenlos und zweitens stammt es vom Programmierer des Originals, Markus Persson. Er baute Minicraft für Windows Phone in der Wahnsinnszeit von 48 Stunden im Rahmen des 22. Ludum Dare-Wettbewerbs. Minicraft selbst hat ein Ziel: der Spieler soll einen bösen Zauberer besiegen. Damit entspricht Minicraft nicht per se dem Spielprinzip des Originals, das unendlich ist. Dennoch kann man in Minicraft viele Dinge erleben, die Minecraft schon so erfolgreich gemacht haben. Bei der Reise über einige Inseln werden Rohstoffe abgebaut und verwertet, Werkzeuge und Waffen gebaut und einige Feinde besiegt.

Der Zeitmangel bei der Erstellung von Minicraft zeigt sich für Spieler, die Minecraft schon gespielt haben, allerdings ziemlich schnell. Nicht nur durch die Limitierung der Größe durch den Einsatz von Einzelinseln, sondern auch durch die wenigen Optionen, die beim Erstellen von Gegenständen vorhanden sind. Es gibt zwar einiges zu tun, aber Minicraft ist eben eher “mini”. Für Einsteiger in das Abenteuer Minecraft eine gute kostenlose Alternative, aber längst nicht so groß und beeindruckend wie Minecraft.

Survivalcraft (Windows Phone Marketplace)

Wer sich für die kostenpflichtige Variante des mobilen Minecraft entscheidet, bekommt durchaus mehr für sein Geld, als auf den ersten Blick erkenntlich. Mit 4 Euro liegt Survivalcraft unter dem Preis des Original-Testprodukts und bietet eine fast unendliche Welt, die nicht in kleine Fragmente unterteilt ist. Wie das orginale Minecraft hat Survivalcraft eine Landmasse, die es zu erobern gilt. Ständige Erweiterungen und Verbesserungen (inzwischen ist Survivalcraft in der 16.Version erhältlich) machen Survivalcraft zum im Moment besten Minecraft-Klone für Nokia Smartphones.

Nicht alle Optionen des großen Originals sind vorhanden, aber sowohl Grafik als auch Handling sind sehr nah an Minecraft dran. Wer wirklich alle Aspekte von Minecraft auf Windows Phone erleben will, sich eine eigene Welt aufbauen will und viele Optionen bei der Erstellung von Gegenständen, Baumaterialien haben will, der kommt an Survivalcraft nicht vorbei.

Natürlich kann erst einmal eine Testversion zum Probieren genutzt werden. Das Zeitlimit ist zwar arg kurz, aber einen Eindruck kann man sich allemal verschaffen.

Hat Euch das Minecraft-Fieber schon gepackt – vielleicht sogar mobil? Welche Erfahrungen habt Ihr?