Die letzte größere Revolution auf dem Buchmarkt ist bereits über 80 Jahre her. Der Albatross Verlag brachte damals die ersten modernen Paperback-Taschenbücher auf den Markt – ein preisgünstiges Buch, bei dem es mehr auf den Inhalt ankam, als auf das Cover. Eigentlich ja auch eine Lebensweisheit, oder? Dem Leser von eBooks kommt aber auch das “moderne” Taschenbuch altmodisch vor. Wir stellen euch heute fünf gute Gründe für das eBook vor und sind gespannt, was ihr von der Technik haltet.

Wir Gadget-Fans haben es generell nicht leicht, wenn eine neue Technik den Anschein macht, den (Massen-)Markt zu erobern. Irgendjemand muss die neuen Dinge ja testen, bevor auch die Masse dahinter kommt, dass es nicht nur cool und neu, sondern auch praktisch ist, oder? ;)

Das eBook ist solch eine Technik – und sie hat bereits zahlreiche technologische Sprünge hinter sich. Der durchschnittliche eBook-Reader hat heutzutage eine Speicherkapazität für mehr als 1.500 Bücher, wiegt dabei aber weniger als die Taschenbuchversion von Effie Briest, die seit der Schulzeit (ungelesen) in der hintersten Ecke eures Bücherregals verstaubt. Dank WiFi und 3G, Batterielaufzeiten, die den Duracell-Hasen die Ohren hängen lassen, mobile Apps für euer Smartphone und einer immer größer werdenden Sammlung verfügbarer Titel hat diese Technologie die Art und Weise wie wir lesen und schreiben mächtig verändert.

1. Wir lesen mehr

Immer mehr Menschen kaufen und lesen eBooks. Laut einer Studie der Association of American Publishers haben die Verkäufe von eBooks in den vergangenen zwei Jahren um 117% zugelegt. Pew Research, ein unabhängiges Umfrageinstitut aus den USA behauptet sogar, dass im vergangenen Jahr 21% der Erwachsenen in den USA ein eBook gelesen haben. Zudem belegt die Studie, dass Besitzer von eBook-Readern öfter lesen und mehr Bücher (digital oder gedruckt) besitzen als diejenigen, die nach wie vor “analog” lesen. Bei uns in Europa sieht das sicherlich noch anders aus, aber der Trend ist unübersehbar auch hier angekommen.

2. Self Publishing boomt

Ohne einen Verlag ein Buch zu veröffentlichen ist keine neue Erscheinung, war aber in der Vergangenheit ein holpriger Weg. Seit der Geburt der eBook-Technologie wurde aus diesem Weg eine vierspurige Autobahn. Dank frei zugänglicher Tools und Plattformen wie zum Beispiel Smashwords oder Amazons Kindle Direct Publishing kann jeder direkt das eigene Werk durchformatieren und hochladen. Schon ist es veröffentlicht und wartet auf interessierte Leser.

3. Kurzgeschichten feiern ein Comeback

Zu analogen Zeiten hieß es noch, für Kurzgeschichten gäbe es keinen Markt. Diese Zeiten sind nun jedoch vorbei. Apps wie Nokia eBooks ermöglichen Zugang zu zahlreichen kleinen Geschichten und Erzählungen – direkt auf dem Display unserer Smartphones. Viele dieser Geschichten sind kostenlos erhältlich und ihre Kürze macht sie ideal für eine schnelle Lektüre unterwegs.

4. Nischen bekommen mehr Aufmerksamkeit

Auch die alteingesessenen Verlage sind bereits auf den Zug aufgesprungen. Im März verkündete das britische Verlagshaus Harper Collins UK den Start eines exklusiven Erotik-Katalogs, die sogenannten “Mischief Books”. “Für den einen oder anderen mit einer erotischen Auswahl von Büchern unterm Arm war der Gang zur Kasse früher ein langer. Das ist nun Vergangenheit.” so Adam Nevill, Redaktionsleiter des Verlags. Und nicht nur dieser Verlag sieht die Vorteile der neuen Technologie. In den USA hat das Verlagshaus F+W Media vor kurzem eine Serie alter out-of-print Groschenhefte digital neu aufgelegt.

5. Bücher werden Multimedia

eBooks bieten mehr als nur einen einfachen Zugang und eine gesteigerte Mobilität. Dank der digitalen Technologie können sie multimediale Extras beinhalten. So ähnlich wie das Bonusmaterial auf der BluRay Disc. Die eBooks zur überaus erfolgreichen TV-Serie Game of Thrones bieten interaktive Landkarten, ein verlinktes Charakter-Verzeichnis und diverse Audio-Clips. Da kommt das gute alte Taschenbuch dann definitiv nicht mehr mit.

Und dennoch bevorzugen viele von uns das “analoge” Buch als tägliches Lesefutter. Haptik und der Geruch der bedruckten Seiten sind eine Sache, die Unsicherheit gegenüber unterschiedlichen Formaten oder die Angst vor vermeintlich komplizierter Technik vielleicht ein anderer Grund.

Wie steht ihr zum eBook und was haltet ihr von den neuen Möglichkeiten? Besitzt ihr einen eBook-Reader, nutzt ihr euer Smartphone (wenn ja, welche App könnt ihr empfehlen?) oder bevorzugt ihr das Schmökern im örtlichen Buchladen? Die Kommentare sind ein guter Ort für den Austausch – ich bin gespannt!