Falls ihr zu den Besitzern eines Nokia Lumia 1020 gehört, habt ihr die Kamera sicher schon in vielen Situationen ausprobiert. Doch mit welchen Tricks holt man das Beste aus der Kamera? Um dieser Frage nachzugehen, haben wir die besten Smartphone-Fotografen um ihre Tipps gebeten. Den Anfang macht heute Richard Dorman. Er besitzt ganze 183 Nokia-Geräte und ist Betreiber des Fotoblogs onlyfoolsandmobiles.com. Richard hat uns so viele Tipps gegeben, dass wir sie auf zwei Artikel aufteilen müssen. Aber jetzt zu seinen ersten Tipps, die er anhand seiner beeindruckenden Aufnahmen erläutert.

1.Objekte einfrieren

Anders als die meisten Smartphones ist das Nokia Lumia 1020 mit einem Xenon-Blitz ausgestattet. Mit diesem kann man aber nicht nur dunkle Umgebungen ausleuchten, sondern auch bewegte Objekte einfrieren, ohne ein unscharfes Bild aufzunehmen. Das ist hilfreich, wenn Personen oder allgemein Objekte in Bewegung sind. Mein erstes Foto verdeutlicht den Effekt am Beispiel von spritzendem Wasser.

Um bewegte Objekte so klar einzufrieren, müsst ihr den Blitz aktivieren. Wahrscheinlich sind weitere Einstellungen sinnvoll, damit das Bild nicht überbelichtet wird. Ich empfehle, die Belichtungszeit (“Helligkeit”) um -1,3 zu korrigieren.

Steve Litchfield von All About Windows Phone beschreibt übrigens einen weiteren tollen Effekt: stellt man die Verschlusszeit auf 1/125 Sekunde, hält man Umgebungslicht nicht im Foto fest. Das ist besonders nützlich, wenn ihr eure Freunde auf Parties fotografiert.

2.Landschaften – erster Teil

Nach der Aufnahme von großflächigen Landschaften, stellt man zu Hause am Rechner manchmal fest, dass die Aufnahme nicht ganz gerade ausgerichtet ist. Deshalb ist es sinnvoll, sich ein Raster über dem Bild einblenden zu lassen. Damit könnt ihr sicherstellen, dass der Himmel im Foto absolut gerade entlang einer horizontalen Linie verläuft.

Mit einem Raster kann das Bild nach den Regeln des goldenen Schnitts gestaltet werden. Viele Menschen sind der Auffassung, dass die “Regel der Drittel” bei Landschaftsfotografie wichtig ist oder gar die einzige Möglichkeit, ein gutes Foto aufzunehmen. Ich sehe das nicht so, denn schließlich können Regeln auch gebrochen werden. Mir kommt es immer auf das Motiv an und manchmal gefällt mir die Anordnung von Objekten in der Bildmitte einfach besser.

Das Bild zum Beispiel berücksichtigt die “Drittel-Regel”, trotzdem verstößt die mittig angeordnete Himmelslinie gegen diese Regel.

Gleiches gilt für das folgende Bild.

Der beste Tipp für euch ist also, nehmt das Bild so auf, wie es euch am besten gefällt.

3.Landschaften – zweiter Teil

Smartphone-Kameras messen verschiedene Parameter im Bild und berechnen daraus die Verschlusszeit für die Aufnahme. In den meisten Fällen wird das Foto perfekt belichtet. Aber natürlich gibt es auch Ausnahmen. Wenn beispielsweise ein heller Himmel über einer dunklen Landschaft steht, kann der Himmel im abgelichteten Bild einfach als weiße Fläche erscheinen. Möglicherweise könnt ihr das Problem umgehen, indem ihr an den ISO-Einstellungen herumspielt oder den Bildausschnitt ein wenig anders wählt, sodass die Fläche des Himmels kleiner wird.

Für diesen Bild habe ich mich vor dem Schilf hin- und herbewegt. Ich möchte nicht wissen, was ich für einen Eindruck auf die Menschen gemacht habe, die mich dabei beobachtet haben. Aber was soll man machen? Mir ging es schließlich darum, die perfekte Position zu finden, in der die Sonne den Himmel nicht völlig ausradiert.

Wenn das alles nicht hilft, ist das Motiv trotzdem nicht verloren. Dann ist HDR die Lösung…

4.High Dynamic Range

HDR nutze ich persönlich in zwei verschiedenen Situationen: Einerseits beim oben beschrieben Szenen, in denen helle und dunkle Bereiche im Bild aufeinandertreffen und andererseits, wenn ich bestimmte Objekte im Bild besonders hervorheben möchte. Wie zum Beispiel die Wolken in diesem Bild:

Um HDR-Aufnahmen zu verarbeiten, nutze ich zwei Programme. Das Bild oben ist mit der Software Photomatix Pro entstanden, welches eine Funktion namens “Painterly” hat. Der Effekt bedeutet ins Deutsche übersetzt etwa “malerisch” und ist im Bild nicht zu übersehen.

Das folgende Graustufen-Bild habe ich mit der Oloneo Photoengine bearbeitet.

Mit HDR war es mir möglich, die Wolken als das wichtigste Objekt im Bild zu betonen.

5.Silhouetten über die Verschlusszeit erstellen

Was manchmal dabei entsteht, wenn ich durch eine Stadt schlendere, seht ihr hier:

Dieses Bild habe ich mit einer Belichtungseinstellung von -1,3 aufgenommen. Die Silhouette entstand, weil ich die Kamera so gehalten habe, dass die Sonne genau hinter dem Kopf der Statue lag. Die Einstellungen des Nokia Lumia 1020 erlauben es sogar, die Belichtungskorrektur auf bis zu -3 EV zu stellen. Mit anderen Worten könnt ihr so ziemlich von allem, was euch unterwegs begegnet, Silhouetten erstellen.

Wir hoffen, dass euch Richards Tipps ebenso helfen, wie uns. In den nächsten Tagen werden wir die Fortsetzung seines Artikels veröffentlichen. Bis dahin könnt ihr das oben beschriebene ja schon einmal ausprobieren und euch weitere Bilder von Richard auf Flickr ansehen oder ihm auf Twitter folgen.

Sagt doch mal in den Kommentaren Bescheid, wenn ihr die  Tipps ihr mit eurem Smartphone ausprobiert habt. Und vergesst nicht, eure Fotos zu verlinken.

Artikelbild von Stephen Quin